Der Jom-Kippur-Krieg 1973

Der Jom-Kippur-Krieg 1973

Der Jom-Kippur-Krieg von 1973, der bislang letzte „vollumfängliche” Krieg, der in der kriegsreichen Geschichte des Nahen Ostens ausgekämpft wurde, erhielt seinen Namen, weil er am Versöhnungstag („Jom Kippur“) begann, dem heiligsten Tag des Gebets und des Fastens im jüdischen Kalender.

Der Jom-Kippur-Krieg begann mit einem arabischen Überraschungsangriff auf Israel am Samstag, dem 6. Oktober 1973. Die ägyptischen und syrischen Streitkräfte griffen an diesem Tag an, wissend, dass der Großteil der israelischen Armee an religiösen Feierlichkeiten teilnahm und nicht in Bereitschaft war.

Die vereinten Truppen von Ägypten und Syrien hatten die gleiche Stärke wie die in Westeuropa stationierten NATO-Truppen. Allein auf den Golan-Höhen standen 150 israelische Panzer 1400 syrischen Panzern gegenüber, und in der Region Suez waren rund 500 israelische Soldaten mit 80 000 ägyptischen Soldaten konfrontiert.

Andere arabische Staaten halfen den Ägyptern und Syrern; Der Irak hatte einige Monate vor Kriegsbeginn ein Geschwader von Hunter Jet-Kampfflugzeugen nach Ägypten transferiert. Von Russland an den Irak gelieferte MIG-Kampfjäger griffen die Israelis auf den Golanhöhen an und unterstützten 18 000 dort eingesetzte irakische Soldaten aus der Luft.

Saudi-Arabien und Kuwait finanzierten den Krieg der vereinten Araber effektiv. Eine rund 3000 Mann starke saudi-arabische Truppen kämpfte in dem Krieg mit. Libyen lieferte Ägypten französische Mirage-Jets und unterstützte die Modernisierung der ägyptischen Armee von 1971 bis 1973 mit einer Finanzhilfe in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar, die dazu genutzt wurde, moderne russische Waffen zu kaufen.

Andere arabische Staaten, die Ägypten und Syrien aktiv unterstützten, waren Tunesien,  Sudan und Marokko. Jordanien delegierte zwei Panzerbrigaden und drei Artillerie-Verbände nach Syrien.

Angesichts eines so einen massiven Angriffs waren die israelischen Streitkräfte zunächst schnell überrannt.

Innerhalb von zwei Tagen hatten die Ägypter den Suezkanal überquert und waren bis zu 15 Meilen landeinwärts in den Sinai vorgerückt.

Syrische Truppen rückten um die gleiche Strecke weit in die strategischen Golanhöhen im Norden Israels vor. Am Ende des 7. Oktober befand sich Israel in einer bedrohlichen militärischen Lage.

Doch am 8. Oktober stießen die israelischen Streitkräfte, von schleunigst mobilisierten Reservisten gestärkt, in einer Gegenoffensive in den Sinai vor. Innerhalb kurzer Zeit vertrieben sie die ägyptische Armee und überquerten schließlich den Suez-Kanal südlich von Ismailia. Hier nahmen die Israelis die Straße von Suez nach Kairo, um in Richtung der ägyptischen Hauptstadt vorzustoßen, umkreisten die 3. ägyptische Armee und stoppten 101 km vor Kairo.

Israel war in den Golan-Höhen ähnlich erfolgreich, wo die syrischen Truppen zurückgedrängt und die anfänglich verloren gegangenen Landstriche wieder erobert wurden . Über die Hauptstraße von Tiberias nach Damaskus näherten sich die Israelis bis zu 50 km der syrischen Hauptstadt.

Die Vereinten Nationen spielten während der gesamten Dauer dieses Krieges eine bescheidende Rolle. Zur selben Zeit war die UNO in einer schwierigen Lage, denn ihr Generalsekretär Kurt Waldheim wurde beschuldigt, während des Zweiten Weltkrieges an Kriegsverbrechen auf dem Balkan teilgenommen zu haben. Eine solche Gesellschaft war dem Ansehen der Organisation wenig zuträglich.

Trotz der anfänglichen Erfolge der ägyptischen und syrischen Armeen zeigte der Krieg wieder einmal, wie effektiv das israelische Militär sein konnte. Nach den ersten Rückschlägen erfuhr die israelische Öffentlichkeit einen riesigen moralischen Auftrieb. Israel hatte einen koordinierten Angriff an zwei Fronten siegreich überstanden und die zahlen- und materialmäßig weit überlegenen Heere, die seine Verteidigungslinien durchbrochen hatten, besiegt.

Der Krieg wird von manchen Beobachtern als Lehre für die arabischen Nationen betrachtet, die einsehen mussten, dass sie Israel militärisch kaum besiegen können. Die Niederlage der ägyptischen und syrischen Truppen bewog den ägyptischen Präsidenten Sadat dazu, den Weg der Diplomatie zu gehen.

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