Der Sechs-Tage-Krieg 1967

Das Jahr 1967 begann mit zuversichtlichen Prognosen, dass es keinen Krieg geben werde.

Der ägyptische Präsident Nasser, so wurde in Israel argumentiert, habe aus den Ereignissen von 1956 seine Lehre gezogen und werde keinen Krieg beginnen, bevor er dazu in der Lage sei. In jedem Fall waren seine Beziehungen zu Jordanien notorisch schlecht und eine Koalition zwischen Nasser und König Hussein stand nicht zur Debatte.

Die rasch aufeinanderfolgenden Ereignisse straften diese Vorhersagen Lügen.

Ein Duell in der Luft, bei dem Syrien–Sowjetrusslands engster Verbündeter im  Nahen Osten–Kräfte zurückziehe. Er hatte– womöglich zu seiner eigenen Überraschung–sofort Erfolg; alle “Feuerwehrmänner” zogen ab.

Als Nächstes  (23. Mai) verkündete Nasser, die Seestraße von Tiran für die israelische Schifffahrt zu schließen–Lass ihn kommen, ich warte.”

Unterdessen gelang es ihm, eine enge Abstimmung mit der syrischen Armee herbeizuführen. König Hussein vollzog eine abrupte Kehrtwende, flog nach Ägypten und unterzeichnete eine Vereinbarung mit Nasser, wonach er seine gesamten Streitkräfte unter den gemeinsamen ägyptischen Befehl stellt. Es sollte ihn das halbe Königreich kosten.

Israel wartete ganze drei lange Wochen mit voll mobilisierten Reserven und bis zum Zerreißen angespannten Nerven zu. Die Lage schien das Gegenteil von 1956 zu sein: Israel stand alleine gegen eine mächtige arabische Koalition. Die Großmächte unternahmen trotz vager Versprechungen und Protesten nichts, um die Seestraße wieder zu öffnen.  Israel beschloss, es selbst zu versuchen.

Am 5. Juni 1967 wurde in Jordanien eine Flugzeugstaffel geortet, die von Ägypten nach Israel flog. Durch die Ägypter davon überzeugt, dass die Flugzeuge die ihren wären, gab König Hussein prompt den Befehl zum Angriff – in Jerusalem! In der Tat waren es israelische Flugzeuge, die von dem vernichtenden, überraschenden Angriff gegen die ägyptische Luftwaffe zurückkehrten. Obgleich Ägypten Rabin verspottet hatte, war es nicht vorbereitet, als der unerwartete Streich kam.

Innerhalb der kurzen Zeitspanne von sechs Tagen überrannten die IDF die ganze Halbinsel Sinai bis zum Suezkanal, nahmen das gesamte Westufer des Jordan ein und eroberten in den letzten Tagen, ohne den Vorteil der Überraschung, den Großteil der Golan Höhen einschließlich des dominierenden Bergs Hermon – von da an „die Augen und Ohren von Israel ” genannt.
Der Höhepunkt waren die Eroberung der Altstadt von Jerusalem und die Wiederbegegnung mit dem Ort, den die meisten Juden seit zwei Jahrtausenden am meisten ehren, der Klagemauer. Das Blasen des Schofars an der westlichen Mauer hallte laut in die ganze Welt hinein.

776 israelische Soldaten fielen im Sechs-Tage-Krieg.

Die diplomatischen Bemühungen, dem damals schon seit 40 Jahre andauernden Konflikt (der schon zwei Jahzehnte vor der Gründung des Staates Israel begonnen hatte) ein Ende zu setzen, scheiterten.

Nach monatelangen Beratungen beschloss der Sicherheitsrat im November 1967 einstimmig die Resolution 242. Er enthielt den Aufruf zu Frieden und zur Anerkennung des „Rechts jeder Nation, frei von Bedrohung in sicheren und anerkannten Grenzen zu leben”, im Gegenzug für den Rückzug Israels „aus den Gebieten” (nicht „allen Gebieten” oder „aus den im Zuge der jüngsten Feindseligkeiten eroberten Gebieten”).

Allerdings fasste die Arabische Liga in ihrer Konferenz im Sudan (1967) eine andere Resolution , welche die berühmten „drei Neins” von Khartum beinhaltet: Nein zu Frieden, Nein zu Verhandlungen, Nein zur Anerkennung Israels.