Der Suez-Krieg 1956

Das strategische Ziel des Suez-Kriegs im 1956 war es, den Terrorüberfällen auf Israel durch die aus Ägypten kommenden Fedayun ein Ende zu setzen und die ägyptische Blockade von Eilat zu brechen. Für die israelische Verteidigungsarmee – Israel Defense Forces (IDF) – war dies ein Wendepunkt in ihrer Umwandlung von relativ kleinen Kampfverbänden in eine moderne Armee, die zu großangelegten Einsätzen und Operationen befähigt ist.

Ein Einsatzplan für die Operation wurde Anfang Oktober 1956 vorbereitet und beschlossen, erfuhr aber nach einem Geheimabkommen Israels mit Großbritannien und Frankreich eine Änderung. Im Rahmen dieser Vereinbarung würde Israel den Hauptpunkt der Handlung so nahe wie möglich an den  Suezkanal bringen.

Um 17:00 Uhr am 29. Oktober 1956 wurden israelische Einheiten mit Fallschirmen in den östlichen Ausläufern des Mitle-Passes unweit des Kanals abgesetzt – ein mehr politisches als taktisches oder strategisches Ziel. Diese Aktion diente als Vorwand für ein im Rahmen der geheimen Besprechungen ausgemachtes französisches und britisches Ultimatum an Israel und Ägypten, wonach beide Seiten aufgefordert wurden, die Feindseligkeiten einzustellen und sich von der Kanalzone zurückzuziehen. Als Ablenkungsmanöver rückten israelische Streitkräfte auch längs einer südlichen und zentrale Angriffsroute vor.

Am folgenden Tag, dem 30. Oktober, erfolgte tatsächlich das geplante Ultimatum Großbritanniens und Frankreichs, es blieb aber ziemlich wirkungslos, da die schweren Kämpfe zwischen ägyptischen und israelischen Einheiten andauerten. In einer Blitzoperation von 100 Stunden unter der Führung des damaligen Chefs des Generalstabs, Moshe Dayan, fiel die gesamte Sinai-Halbinsel in israelische Hände. 231 israelische Soldaten wurden dabei getötet.

Der Sinai-Feldzug bedeutete weniger die Einführung neuer Grundsätze und Taktiken als eine Verstärkung der von der IDF bereits beschrittenen Doktrin. Hauptsächlich wurde die Lehre bestätigt, dass die entscheidenden Faktoren in der Art der Kriegsführung Panzertruppen und die Luftwaffe sein müssen. Die Luftwaffe war immer noch zu schwach und ihre großangelegte Erweiterung und Stärkung wurde als eine der Lehren aus diesem Krieg beschlossen. Die Panzertruppen hatten ihre Wirksamkeit bewiesen und sollten ausgebaut werden.

Obwohl Israel durch USA gezwungen wurde, sich vom Sinai ohne Sicherheitsgarantien zurückzuziehen, so wurde doch eine Notfalltruppe der Vereinten Nationen – UNEF – gegründet, um einem Wiederauftreten ähnlicher Ereignissen entgegen zu treten. Demzufolge endeten die Angriffe der  Fedayun, die Israel absolut nicht hinnehmen konnte.