Der Teilungsplan der UNO von 1947

Nach dem Zweiten Weltkrieg sah sich Großbritannien angesichts der Eskalation von Feindseligkeiten zwischen Arabern und Juden über das Schicksal von Palästina sowie zwischen zionistischen Milizen und der britischen Armee gezwungen, sein Mandat über Palästina aufzugeben.

Die Briten verlangten, dass die kurz zuvor gegründete Organisation der Vereinten Nationen über die Zukunft Palästinas bestimme.

Am 29. November 1947 beriet die UN-Generalversammlung darüber und erließ mit 33 zu 13 Stimmen eine Resolution über die Teilung des Landes. Der Teilungsplan sprach von zwei in dem Territorium zu errichtenden Staaten: einem jüdischen und einem arabischen. Der UN-Plan strebte die Teilung des Landes in einer Weise an, die der jeweiligen Mehrheit ermöglichen würde, in ihrem Staat zu bleiben. Allerdings wären einige jüdische Siedlungen im vorgeschlagenen palästinensischen Teil verblieben und hätten viele Palästinenser Einwohner des vorgesehenen jüdischen Staates geworden wären.

Die Fläche des jüdischen Staats hätte etwas größer sein sollen als die des Palästinenserstaates (56 Prozent bzw. 43 Prozent von ganz Palästina), basierend auf der Annahme, dass eine wachsende Zahl von Juden dorthin auswandern würde.

Nach dem UN-Teilungsplan sollte das Gebiet von Jerusalem und Bethlehem eine internationale Zone werden.

Die zionistische Führung akzeptierte offiziell den UN-Teilungsplan, obwohl sie gehofft hat, einen Weg zu finden, die Grenzen des jüdischen Staates zu erweitern. Die palästinensischen Araber und die umliegenden arabischen Staaten hingegen lehnten den UNO-Teilungsplan ab und betrachteten die Abstimmung der Generalversammlung als einen internationalen Verrat. Anschließend starteten sie einen koordinierten militärischen Angriff  gegen die Juden nur Tage nach der Verabschiedung des UN-Plans.

 Am 15. Mai 1948 verließen die Briten Palästina, und zionistische Führer proklamierten den Staat Israel.

Vier benachbarte arabische Staaten (Ägypten, Syrien, Jordanien und Irak) griffen Israel an und behaupteten, „Palästina von den Zionisten retten” zu wollen.

Die arabischen Herrscher hatten ihrerseits eigene territoriale Pläne für Palästina und waren an der Entstehung eines palästinensischen arabischen Staats genauso wenig interessiert wie die Zionisten.

Im Mai und Juni 1948, während die Kämpfe am heftigsten waren, war der Ausgang dieses ersten arabisch-israelischen Krieges (in Israel als Unabhängigkeitskrieg bekannt) nicht sicher. Nachdem aber Waffenlieferungen aus der Tschechoslowakei Israel erreicht hatten, gewannen die Streitkräfte der zionistischen Milizen die Oberhand und konnten für den jüdischen Staat Gebiete erobern, die jenseits der im UN-Teilungsplan vorgesehenen Grenzen gelegen waren.

Im Jahre 1949 endete der Krieg zwischen Israel und den arabischen Staaten mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens. Das Land, einst als Palästina bekannt, wurde jetzt in drei Teile geteilt, dessen jeder unter anderer politischer Aufsicht stand: Der Staat Israel umfasste etwas über 77 % des Territoriums, Jordanien besetzte Ost-Jerusalem und das Hügelland im Zentrum Palästinas (Westjordanland), und Ägypten übernahm die Kontrolle über die Küstenebene rund um die Stadt Gaza (Gazastreifen).

Als Folge dieser Ereignisse ist der im Teilungsplan der Vereinten Nationen vorgesehene palästinensisch-arabische Staat nie entstanden.