Antisemitismus

Antisemitismus ist eine bestimmte Einstellung Juden gegenüber, die man eigentlich als Judenhass definieren kann. Rhetorische und körperliche Manifestationen des Antisemitismus richten sich auf jüdische Einzelpersonen und/oder ihren Besitz, Gemeinden, Institutionen und religiöse Einrichtungen.

Darüber hinaus können solche Bekundungen auch den Staat Israel betreffen, da dieser mit jüdischer Kollektivität identifiziert wird.

Antisemiten beschuldigen oft Juden einer Konspiration gegen das allgemeine Wohl der Menschheit oder sehen in ihnen den Grund dafür. dass „Dinge schief gehen”. Antisemitismus kann sich in Wort, Schrift, visuellen Formen und Aktionen manifestieren und benutzt bösartige Stereotypen und negative Charakterzüge.

 Der christliche  Antisemitismus

Nach den Lehren früher Kirchenväter sollten Juden für ewig verdammt werden, weil sie Christus getötet haben. Aus diesem Grund, laut Eusebius von Cäsarea, werden Juden nie Jerusalem oder den Tempel in Jerusalem wieder bauen können, weil deren Zerstörung die Strafe für den Mord des Messias war.

Die Kreuzzüge boten die Gelegenheit für ein pauschales Niedermetzeln der Juden in Deutschland und anderswo trotz des Versuchs der katholischen Kirche, die Gewalttaten zu mäßigen. Während der Kreuzzüge und anderer antijüdischer Ausschreitungen wurden ganze jüdische Städte und jüdische Stadtviertel niedergebrannt oder wurden Menschen von den Stadtmauern geworfen. Oft wurden Juden in Synagogen zusammengetrieben und lebendig verbrannt. Diese Handlungen werden von einigen modernen christlichen Schriftstellern verschönernd als “von Juden erlittenen Demütigungen” dargestellt.

Moderner europäischer Antisemitismus.

Antisemitismus zeigt sich in den Schriften der Epoche der Aufklärung, bei Voltaire und anderen. Edward Gibbon, der berühmte Autor von „Verfall und Untergang des Römischen Reiches“, erwähnt in einer Fußnote, dass Juden in Zypern randaliert und sich am Kapitalismus beteiligt hätten. Wie auch andere Personen der Aufklärung beklagte er am Christentum hauptsächlich, dass es sich vom Judentum ableite.

Der moderne Antisemitismus speist sich aus den rassistischen Theorien des 19. Jahrhunderts in Deutschland, die beharrlich behaupteten, dass Juden eine separate und minderwertige Rasse seien. Adolf Stoecker, Wilhelm Marr, Richard Wagner und Heinrich von Treitchke waren prominente Vertreter solcher antisemitischer Behauptungen. Bekannte Persönlichkeiten wie Mendelssohn, Heine und andere, die konvertierte Juden waren, heizten den Neid und das Misstrauen anderer deutscher Mitbürger auf.

Auch in Russland gedieh ein heftiger Antisemitismus. Pogrome (anti-jüdischen Krawalle) entflammten eine Reihe von Städten und Gemeinden in den 1880er Jahren. Diese wurden bestenfalls ignoriert oder sogar durch die Behörden gefördert. Die zaristische Geheimpolizei erfand und publizierte die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“, ein Dokument, das den angeblichen geheimen Plan der Juden, die Welt zu erobern, demaskiert.

Arabisch-muslimischer Antisemitismus

Verglichen mit deren Behandlung in europäischen Ländern war die Erfahrung der Juden unter islamischer Herrschaft relativ günstig. Die oft zitierte Anschauung jedoch, dass Muslime, Juden und Christen dort immer in perfekter Harmonie und Idylle lebten, ist ziemlich weit von der Wahrheit entfernt.

Es stimmt aber, dass es in den besten Zeiten und unter den besten islamischen Herrscher so war. Zum Beispiel während des „goldenen Zeitalters“ in muslimischem Andalusien oder unter den osmanischen Sultanen, die Juden in die Türkei einluden, nachdem sie von der spanischen und portugiesischen Inquisition vertrieben worden waren, oder ihnen erlaubten, sich in Gemeinden wie Tiberias und Safed im Heiligen Land anzusiedeln.

Juden waren in der Regel als schlaue, aber schwache Menschen ohne Mut verachtet. Beispielsweise durften Juden nach der Revolution der Jungtürken in der osmanischen Armee dienen. Ein türkischer Witz erzählt, dass nach langen Bemühungen es endlich gelungen ist, eine jüdische Einheit zu rekrutieren und auszubilden. Sie wurde dann an die Front geschickt, kehrte aber schnell zurück, weil sie von einer Bande von Straßenräubern unterwegs verscheucht wurde. Eine muslimische Hadith (mit dem Koran verbundene Legende) erzählt, dass Muslime am Ende alle Juden, die versuchen, sich in Bäumen zu verstecken, töten werden. Nur eine Baumart wird dann einverstanden sein, sie zu verstecken. Diese Hadith einer ehrwürdigen Herkunft wird auch in der Charta der Hamas-Organisation zitiert.

In modernen Zeiten, seit Beginn des 19. Jahrhunderts, übernahmen muslimische und arabische Staaten europäische antisemitische Themen. Dazu gehörten das Thema der Ritualmorde (ein Vorfall sollte sich 1840 in Damaskus ereignet haben), später auch die “Protokolle der Weisen von Zion”, die Veröffentlichung von “Mein Kampf” und andere Merkmale des europäischen christlichen Antisemitismus, darunter die Leugnung des Holocaust.

Es erscheinen regelmäßig Karikaturen in arabischen und muslimischen Medien, die Juden nach dem Vorbild der im Dritten Reich verbreiteten Propagandazeitung „Der Stürmer“ mit den für antisemitische Darstellungen “charakteristischen Eigenschaften” porträtieren, in gebeugter Haltung, gierig, mit listigen Knopfaugen und gekrümmten Nasen.

 

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