Regeln und Ethik der Presse

Regeln der journalistischen Berufsethik

Im Folgenden die letzte Aktualisierung der Berufsethik-Regelung des Israelischen Presserats.

1. “Zeitung” bezeichnet auch elektronische Massenmedien, Eigentümer, Verleger und den für die Medien verantwortlichen Redakteur. “Journalist” bedeutet auch Redakteur. “Person” bezeichnet ein Unternehmen, eine Personen- oder Kapitalgesellschaft und eine öffentliche Körperschaft.

Pressefreiheit und ihre Verantwortung für den Beruf 

2. Eine Zeitung und ein Journalist werden die Pressefreiheit und das Wissensrecht der Öffentlichkeit ehren und ihnen treu bleiben, indem sie der Öffentlichkeit einen professionellen Service und präzise, faire und verantwortungsvolle Berichterstattung über Ereignisse und Meinungen anbieten.

Integrität und Fairness 

3. A. Eine Zeitung und ein Journalist müssen mit Integrität, Fairness und ohne Angst agieren.

B. Falls eine Zeitung oder ein Journalist einer Informationsquelle versprochen hat, dass die durch sie erhaltene Information oder von ihr geäußerte Stellungnahme nicht veröffentlicht werden, dürfen diese nicht publiziert werden, auch wenn es im öffentlichem Interesse liegt.

Treue zur Wahrheit

4. A. Eine Zeitung bzw. ein Journalist dürfen nicht, wissentlich oder fahrlässig, etwas veröffentlichen, was nicht wahr, inexakt, irreführend oder verzerrt ist.

B. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen nicht, soweit ein öffentliches Interesse an der Publikation besteht, von der Veröffentlichung von Informationen absehen, auch nicht aufgrund politischen, wirtschaftlichen oder anderweitigen Drucks oder wegen Boykotts oder Bedrohung durch Verweigerung von Werbung.

C. Aussagen sind nicht einer bestimmten Person zuzuschreiben, es sei denn, diese Aussage ist ein direktes und genaues Zitat seiner Worte oder in einem schriftlichen Dokument enthalten. Ein Brief an die Redaktion kann veröffentlicht werden nicht wie geschrieben, falls der Autor dies nicht im Voraus verboten hat und wenn durch die Bearbeitung keine wesentliche Änderung des Inhalts des Briefes entsteht oder dessen Schlussfolgerungen keine Abweichungen erfahren.

Überprüfung des Sachverhalts

5. A. Vor der Veröffentlichung eines Artikels müssen die Zeitung und der Journalist dessen Richtigkeit mithilfe einer möglichst zuverlässigen Quelle unter Walten entsprechender Vorsicht, den Umständen des Falles entsprechend, überprüfen.

B. Eine Überprüfung der Genauigkeit eines Artikels wie oben darf nicht wegen der Dringlichkeit der Veröffentlichung unterlassen werden.

C. Die Tatsache, dass ein Artikel in der Vergangenheit bereits veröffentlicht wurde, entbindet die Person nicht von ihrer Pflicht, die Zuverlässigkeit des Eintrags zu überprüfen, um die Publikation glaubwürdig zu machen.

Objektivität

6. A. Eine Zeitung und ein Journalist müssen sich bei jeder Veröffentlichung des Unterschieds zwischen Nachrichten und Meinungen bewusst sein.

B. Für einen Newseintrag, der im Rahmen einer Meinungsäußerung veröffentlicht wird, gelten die Regeln der Ethik über Nachrichten.

C. Die Veröffentlichung von News muss fair und nicht irreführend sein.

D. Die Überschrift darf nicht irreführend sein.

E. Eine Zeitung und ein Journalist müssen in der Publikation zwischen Werbung und redaktionellem Material unterscheiden, und zwar so, dass eine Anzeige nicht in einer Weise veröffentlicht werde, als ob sie ein redaktionelles Material wäre.

Berichtigung von Irrtümern, Entschuldigungen und Gegenäußerungen

7. Fehler, Auslassungen oder Ungenauigkeiten in der Veröffentlichung der Fakten müssen zeitnah und mit dem entsprechenden Schwerpunkt im Vergleich zu der ursprünglichen Veröffentlichung korrigiert werden. Darüber hinaus muss in geeigneten Fällen auch eine Entschuldigung veröffentlicht werden. In geeigneten Fällen muss eine beschädigte Person eine faire Chance erhalten, sich gegen die inhaltlichen Fehler, Unterlassungen oder Ungenauigkeiten unverzüglich und mit dem entsprechenden Schwerpunkt im Vergleich zu der ursprünglichen Veröffentlichung zu äußern.

Privatsphäre und guter Ruf

8. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen nicht, ohne die Zustimmung der betreffenden Person, einen Beitrag über die Privatsphäre oder den guten Ruf der Person veröffentlichen, der diese beschädigen könnte, es sei denn, es besteht ein öffentliches Interesse an der Publikation im entsprechenden Ausmaß. Die Veröffentlichung eines Beitrags wie erwähnt erfordert grundsätzlich eine Vorsprache mit der betreffenden Person und eine faire Veröffentlichung ihrer diesbezüglichen Stellung.

Verunglückte

9.A. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen keine Namen, Fotografien oder andere identifizierenden Informationen über eine Person veröffentlichen, die im Krieg, bei einem Unfall oder einer anderen Katastrophe gestorben oder schwer verletzt wurde, bevor seine nächsten Angehörigen von einer autorisierten Person über den Tod oder die Verletzung der betreffenden Person in Kenntnis gesetzt wurden, außer bei Vorliegen außergewöhnlicher Umstände und beim Bestehen des öffentlichen Interesses an der sofortigen Veröffentlichung.

B. Bei der Entscheidung über die Freigabe von Namen, Fotografien oder anderen identifizierenden Details, die zur Identifizierung von Informationen über eine Person, die im Krieg, Unfall oder einer anderen Katastrophe umgekommen ist oder schwer verletzt wurde, müssen die Zeitung und der Journalist den Wunsch der nächsten Angehörigen des Opfers, diese Informationen nicht zu veröffentlichen, berücksichtigen und diesen Wunsch gegen das öffentliche Interesse an der Veröffentlichung abwiegen. Die Veröffentlichung muss jedenfalls in ihren Art, Umfang und Empfindlichkeit angemessen sein.

C. Bei der Entscheidung über die Freigabe von Namen, Fotografien oder anderen identifizierenden Details, die zur Identifizierung von Informationen über eine Person, die zum Opfer eines Verbrechens gefallen ist, müssen die Zeitung und der Journalist den Wunsch des Opfers berücksichtigen, diese Informationen nicht zu veröffentlichen und diesen Wunsch gegen das öffentliche Interesse an der Veröffentlichung abwiegen. Die Veröffentlichung muss jedenfalls in Art, Umfang und Empfindlichkeit angemessen sein.

D. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen keine Einzelheiten über den Gesundheitszustand von Verletzten oder Opfern eines Verbrechens bzw. einer sexuellen Straftat veröffentlichen, ohne sich auf eine kompetente medizinische Quelle zu beziehen.

Minderjährige

10. A. Eine Zeitung oder ein Journalist darf keine Namen, Fotografien oder andere identifizierende Informationen über eine Person veröffentlichen, die jünger als 14 Jahre ist, falls die Umstände, wenn sie veröffentlich würden, seinem Ruf, seiner Privatsphäre bzw. Wohlbefinden schaden könnten, es sei denn seine Eltern oder sein Vormund sind damit einverstanden und ein öffentliches Interesse an der gegenständigen Publikation, immer in angemessenem Ausmaß, besteht.

 B. Eine Zeitung oder ein Journalist darf keine Namen, Fotografien oder andere identifizierenden Informationen über eine Person veröffentlichen, die über 14, aber unter 18 Jahre alt ist, falls die Umstände, wenn sie veröffentlich würden, seinem Ruf, seiner Privatsphäre bzw. Wohlbefinden schaden könnten, es sei denn, es besteht ein öffentliches Interesse an der gegenständigen Publikation, die aber immer in angemessenem Ausmaß bleiben muss.

Kranke und Organspender

11. Eine Zeitung oder ein Journalist darf keine Namen, Fotografien oder andere identifizierenden Informationen über eine psychisch kranke Person, Drogen- oder Alkoholsüchtige, Organspender oder -Empfänger oder Todkranke ohne ihre Zustimmung oder die Zustimmung ihrer nächsten Verwandten, je nach dem Fall, veröffentlichen, es sei denn, ein öffentliches Interesse in der gegenständigen Publikation, immer in angemessenem Ausmaß, besteht.

Verdächtige, Häftlinge, Angeklagte und Verurteilte

12. A. In ihrer Berichterstattung müssen eine Zeitung und ein Journalist immer den Grundsatz beachten, dass eine Person unschuldig ist, solange sie im Rahmen eines Gerichtsverfahrens nicht für schuldig befunden wurde.

B. Eine Zeitung oder ein Journalist darf keinen Namen, Fotografie oder andere identifizierenden Informationen über eine Person veröffentlichen, die unter Verdacht steht, eine Straftat begangen zu haben, bevor sie vor Gericht gebracht wurde, es sei denn mit ihrer Zustimmung oder falls ein öffentliches Interesse an der Publikation besteht.

C. Hat eine Zeitung einen Verdacht, eine Einreichung einer Anklageschrift oder die Verurteilung einer Person gemeldet und wurde die Zeitung und der Journalist zuverlässig informiert, dass der Verdacht aufgehoben ist oder die Anklage nicht eingereicht oder annulliert bzw. der Angeklagte freigesprochen oder der Berufung einer verurteilten Person stattgegeben wurde, was immer vorliegt, muss die Zeitung über diesen Sachverstand mit entsprechender Betonung berichten.

Zivile Klagen

13. A. Betrifft die Veröffentlichung ein Zivilverfahren, sollten die Zeitung und der Journalist die Position aller Beteiligten präsentieren. Wenn eine Verteidigungsschrift eingelegt worden ist, bedarf es einer fairen Berichterstattung. Falls keine Verteidigungsschrift eingelegt worden ist, soll dem Beklagten immer die Möglichkeit gegeben werden, seine Position in fairer Weise zu veröffentlichen.

B. Falls eine Zivilklage abgelehnt oder aufgehoben wurde, soll dies in einer so weit wie möglich ähnlichen Art und Weise veröffentlicht werden wie seinerzeit die Einreichung der Klage publiziert wurde.

C. Es darf über keine Klage berichtet werden, die, wie oben angeführt, abgelehnt oder aufgehoben wurde, ohne die Tatsache zu erwähnen, dass sie abgewiesen oder aufgehoben wurde.

D. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen keine Fragen aus Befragungen in einem Zivilprozess oder jedwede Einzelheiten daraus veröffentlichen, ohne dass daneben auch Antworten auf solche Fragen veröffentlicht werden.

Diskriminierung und Rassismus

14. Eine Zeitung und ein Journalist veröffentlichen keinerlei Stoff und Inhalte, die Anstiftung oder Förderung von Rassismus oder rechtswidrige Diskriminierung aufgrund von Rasse, Herkunft, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität, Religion, Geschlecht, Beruf, sexueller Orientierung, Krankheit oder körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung, politischer Überzeugung oder Ansichten sowie  sozialer oder wirtschaftlicher Stellung enthalten. Eine Zeitung und ein Journalist erwähnen solche Merkmale nicht, es sei denn, sie beziehen sich auf den Gegenstand des Berichts.

Interessenkonflikt

15. A. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen sich nicht in eine Lage bringen, wo ein Verdacht auf einen Interessenkonflikt zwischen ihren Pflichten als Zeitung und Journalist und anderen Interessen besteht.

B. Der Herausgeber einer Zeitung und ihr Besitzer müssen einmal jährlich einen ordnungsgemäßen Bericht über ihre materielle Situation und ihre wirtschaftlichen Interessen innerhalb und außerhalb des Medienbereichs abgeben.

C. Hat eine Zeitung ein materielles, wirtschaftliches oder sonstiges Interesse innerhalb oder außerhalb des Medienbereichs in einer bestimmten Angelegenheit, über die berichtet wird, soll dies durch eine ordnungsgemäße Offenlegung neben dem genannten Bericht klar festgestellt werden.

D. Die Namen der Verleger, der Eigentümer und Herausgeber der Zeitung müssen in jeder Ausgabe erscheinen.

Missbräuchliche Verwendung

16. A. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen ihre Position, ihre Arbeit oder ihre Macht zu veröffentlichen oder von der Veröffentlichung abzusehen nicht missbrauchen.

B. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen die Informationen, die in ihren Besitz kraft ihrer Arbeit gekommen sind, nicht missbrauchen.

Zusätzliche Beschäftigung

17. Ein Journalist engagiert sich nicht in Beruf, Arbeit, Dienst, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Hereinholen von Inseraten, die zum Verdacht oder zur Entstehung von Interessenkonflikten oder Irreführung der Öffentlichkeit führen können.

Vorteile

18. Ein Journalist darf keine Belohnung bzw. keinen anderen Vorteil in Bezug auf den im Zusammenhang mit seiner journalistischen Arbeit stehenden Bereich verlangen oder annehmen, außer von den Medien, bei denen er beschäftigt ist.

Unabhängigkeit

19. Eine Zeitung und ein Journalist erhalten keine Anweisungen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben von externen Körperschaften, die nicht offengelegt werden, und insbesondere nicht von Werbefachleuten und staatlichen, wirtschaftlichen und politischen Gremien.

Unsachgemäße Mittel

20. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen nicht zum Zwecke der Informationsbeschaffung unsachgemäße Mittel verwenden, die eine Schande für den Beruf des Journalismus bedeuten würden, wie zum Beispiel Gewalt, Erpressung, Drohungen, Verlockungen, rechtswidrige Invasion der Privatsphäre, rechtswidriges Mithören oder andere Mittel der Informationsbeschaffung, die geeignet sind, unter den Umständen des Falles, das Vertrauen der Öffentlichkeit in Journalismus ernsthaft zu untermauern.

Angabe der Quelle der Veröffentlichung

21. Eine Zeitung oder ein Journalist verwendet und präsentiert nicht die Arbeit einer anderen Zeitung bzw. eines anderen Journalisten. In jedem Fall, wo Informationen gebracht werden, die bereits in einem anderen Kommunikationsmedium oder durch einen anderen Journalisten, eine Nachrichtenagentur oder Zeitung veröffentlicht wurde, ist die Identität der Quelle der ursprünglichen Veröffentlichung anzugeben.

Journalistische Immunität

22. Eine Zeitung und ein Journalist dürfen nicht die Quelle der von ihnen übermittelten Informationen offenlegen, wenn diese ihnen unter der Bedingung zugstellt wurden, dass sie vertraulich bleiben, und die Identität der Quelle muss unter allen Umständen vertraulich bleiben, es sei denn, sie darf mit deren Zustimmung bekannt gemacht werden.

Ethik in einer Zeitung

23. A. Eine Zeitung sorgt für die geeignete professionelle Qualifikation der bei ihr beschäftigten Journalisten in Bezug auf die journalistische berufliche Ethik.

B. Den Herausgebern und den Besitzern einer Zeitung obliegt die Sorge für die Aufrechterhaltung der Bedingungen, die ermöglichen, dass alle journalistischen Arbeiten in einer Zeitung nach den Grundsätzen der journalistischen Berufsethik durchgeführt werden.

C. Eine Zeitung und ein Journalist sind berechtigt, von der Ethik-Kommission des Presserates anfordern, dass sie eine Stellungnahme über eine grundlegende Frage der journalistischen Berufsethik nehme. Die Ethik-Kommission beschließt als ein beratendes Gremium.

Redakteur und Journalist

24. A. Kein Beitrag oder Artikel darf im Namen des Journalisten veröffentlicht werden, wenn der Inhalt durch einen Redakteur ohne die Zustimmung des Journalisten erheblich verändert wurde.

B. Ein Redakteur, der einen von einem Journalisten geschriebenen Artikel für die Veröffentlichung zurückgewiesen hat, darf nicht verhindern, dass der Artikel in einer anderen Zeitung veröffentlicht wird.

 

Additional information

Israel Press Council
www.moaza.co.il/BRPortal/br/P102.jsp?arc=27521

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