Errungenschaften der Landwirtschaft

Trotz der abnehmenden Bedeutung im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen des Landes, wächst die Landwirtschaft in absoluten Zahlen und spielt noch immer eine wichtige Rolle für Israels Volkswirtschaft. Sie beträgt heute etwa 2,0 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und macht 3,5 % der Exporte aus.

Der Wert der heute in Israel produzierten landwirtschaftlichen  Produkte wird auf über 2 Milliarden US-Dollar geschätzt, davon gehen 70 % ins Ausland.

Die Landwirtschaft hat nationale Bedeutung; in bestimmten Gegenden, wie z. B. der Arava und im Jordantal, stellt sie das einzige Mittel für den Lebensunterhalt der Bevölkerung dar. Im Jahre 1996 waren rund 73 500 Personen, ca. 3,0 % der Arbeitskräfte des Landes, in der Landwirtschaft beschäftigt.

Finanziell gesehen produziert Israel fast 70 % seiner gesamten Nahrung selber. Es importiert Getreide, Ölsamen, Fleisch, Fisch, Zucker, Kaffee und Kakao, diese Importe werden aber durch Exporte landwirtschaftlicher Produkte im Wert von rund 800 Millionen DUS-ollar und verarbeiteter Lebensmittel im Werte von weiteren 600 Millionen US-Dollar pro Jahr ausgeglichen.

Heute macht knapp ein Viertel des Einkommens der Landwirte Israels die Ausfuhr von Frischprodukten aus; dazu zählen Blumen, Avocados, außersaisonales Gemüse und bestimmte exotische Früchte, die hauptsächlich für den Export bestimmt sind.

Im Jahr 1996 wurden rund 140 000 Tonnen Obst und Gemüse– 14 % des Gesamtertrages – an weiterverarbeitende Betriebe und für den Export verkauft.

Seit Israel im Jahre 1948 die Unabhängigkeit erlangte, stieg die gesamte Anbaufläche von 165 000 ha auf ungefähr 435 000 ha an, und die Zahl der landwirtschaftlichen Gemeinden wuchs von 400 auf 900 (darunter sind 136 arabische Dörfer eingeschlossen).

Im gleichen Zeitraum stieg die Agrarproduktion um das 16-fache an, das ist mehr als dreimal die Rate des Bevölkerungszuwachses.

Israels vielfältige klimatische, topographische und Bodenbedingungen (von sub-tropischen zum trockenen Klima, von 400 Meter unter dem Meeresspiegel bis 1000 Meter darüber) und von Sanddünen bis zur schweren, angeschwemmten Erde, ermöglichen den Anbau einer Vielfalt von Agrarprodukten.

Der Erfolg des Landes auf dem Gebiet der Landwirtschaft ist der Entschlossenheit und dem Einfallsreichtum von Landwirten und Wissenschaftlern zu verdanken. Ihr Ziel es war, in einem Land, das mehr als zur Hälfte aus Wüste besteht, eine blühende Landwirtschaft zu entwickeln- Sie bewiesen dabei, dass der wirkliche Wert des Boden darin besteht, wie man ihn verwendet.

Die Tatsache, dass die landwirtschaftliche Produktion trotz schweren Wassermangels und Landknappheit so imposant gewachsen ist, war natürlich kein Zufall. Es war das Ergebnis eines weiteren für Israel typischen Phänomens: einer engen und andauernden Zusammenarbeit zwischen Forschern, Beratern, Landwirten und landwirtschaftlich orientierten Industrien und Dienstleistungen.

Kontinuierliche, praxisorientierte Forschung und Entwicklung wurden im Land schon seit Anfang des Jahrhunderts betrieben. Die Landwirtschaft basiert heute fast ausschließlich auf wissenschaftlich und technologisch entwickelten Methoden, woran die Regierungsbehörden, Hochschulen, Industrie und Kooperativen zusammenarbeiten, um Lösungen für Probleme zu suchen und neuen Herausforderungen zu begegnen.

In der Auseinandersetzung mit Themen wie Pflanzengenetik und Knollenfäule, Anbau in wasserarmen Gebieten u. ä. haben sich die wissenschaftlich basierten landwirtschaftlichen Technologien Israels entwickelt und die Quantität und Qualität der Erzeugnisse dramatisch verbessert.

Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt im wechselseitigen Informationsfluss zwischen Wissenschaftlern und Landwirten. Über ein Netz von Beratungsstellen (und unter aktiver Beteiligung der Landwirte an allen Phasen der Entwicklung und Forschung) werden die auf dem Feld erscheinenden Probleme direkt an die Forscher herangetragen, die nach Lösungen suchen und ihre Ergebnisse schnell zur Prüfung, Anpassung und Implementierung in Echtzeit und unter realen Bedingungen weiterleiten.